Teilprojekt 2

 

Teilprojekt 2

„Untersuchungen zum Ertrag, Futterwert und zur Futterkonservierung in Abhängigkeit der Nutzungshäufigkeit und des Genotyps von Deutschem Weidelgras (Lolium perenne L.)”

Problemstellung und Projektziele

Aus Parzellenversuchen ergeben sich Hinweise, dass es späte Sorten des Deutschen Weidelgrases gibt, die sich durch eine höhere Nutzungselastizität auszeichnen. Die Vegetationsdauer zwischen den Aufwüchsen könnte ohne Ertrags- und Qualitätseinbußen um ca 10 Tage verlängert werden. Dadurch wäre eine 3-Schnitt Nutzung möglich, während bisher in der Praxis vier Schnitte üblich sind.

 

Mit dem Projekt werden folgende Ziele verfolgt:

  • Ertrags- und Qualitätsermittlung  verschiedener Anbauvarianten in

     Parzellenversuchen

  • Ertrags- und Qualitätsermittlung in Großflächenversuchen
  • Feststellung der Siliereignung und des Einflusses von Silierzusätzen
  • Feststellung des Futterwertes in Exaktversuchen mit Milchkühen
  • Ökonomische Bewertung der Anbauvarianten

 

Material & Methoden

In den Parzellenversuchen werden an zwei Standorten (Geest und Marsch) die

Faktoren Schnittregime, Reifegruppen, Sorten und Ploidie geprüft.

Ermittelt werden Erträge und Qualitäten.

 

In einem Großflächenversuch auf 15 ha (östliches Hügelland) werden zwei Varianten mit 3 bzw. 4-Schnitt Nutzung abgebaut. Menge und Qualität der einzelnen Aufwüchse werden erfasst und die Siliereignung sowie der Einfluss von Silierzusätzen in Gefäßversuchen geprüft. Die Schnitte werden anschließend an Milchkühe verfüttert, und der Einfluss auf Futteraufnahme, Milchleistung, Milchzusammensetzung sowie Gesundheit ermittelt.

 

Abschließend erfogt eine produktionstechnische und ökonomische Bewertung der unterschiedlichen Verfahren.

 

Vernetzung mit anderen Teilprojekten

Das Projekt mit folgenden Teilprojekten vernetzt:

  • Einfluss der Nutzungshäufigkeit und des Genotyps von Deutschem Weidelgras auf Ertragsleistung, N-Effizienz und Futterqualität unter besonderer Berücksichtigung der Proteinfaktion
  • Stoffwechselsituation und Anpassungsstrategien von Milchkühen an hohe Leistungen

 

Ergebnisse

Die Arbeitshypothese, dass die Variante DW spät, te gegenüber DW mittel, di nutzungselastischer genutzt werden kann und somit eine 3-Schnittnutzung der Variante DW spät zu vergleichbaren Erträgen und Energiedichten realisiert werden kann, wie die Variante DW mittel in einer 4-Schnittnutzung, konnte nicht bestätigt werden. Insbesondere im 1. Aufwuchs wurden diese Beobachtungen getätigt, während die Aufwüchse 2 bis 4 sehr wohl eine gewisse Nutzungselastizität aufweisen. Dabei wird das Ergebnis des Jahres 2010 insofern durch das Ergebnis aus 2009 bestätigt, indem die Varianten in den Aufwüchsen die gleichen Tendenzen aufwiesen, obwohl diese vertauscht und damit verkehrt genutzt wurden. Eine mögliche Begründung für diese Beobachtung könnte in den Witterungsverläufen der beiden Jahre 2009 und 2010 gesehen werden. Beide Jahre waren durch ausgeprägte Trockenperioden insbesondere im Frühjahr gekennzeichnet.

Hinsichtlich der Siliereignung gab es zwischen den beiden geprüften Varianten innerhalb der Aufwüchse keine großen Unterschiede. Diese war bezüglich des Mindestgehaltes an vergärbaren Zuckern, des Vergärbarkeitskoeffizienten > 35 und des epiphytischen MSBBesatzes bis auf die 4. Aufwüchse immer gegeben. Ursache für die Untergehalte in den 4. Aufwüchsen dürften die klimatischen Bedingungen (Sonneneinstrahlung) gewesen sein.

Die Silagequalität bestehend aus Futterwert, Gärqualität und aerober Stabilität war in allen Praxissilagen als gut zu bezeichnen. Das in Laborsilos parallel eingesetzte MSB-Produkt 11 GFT mit dem Anspruch die ASTA als auch die Verdaulichkeit der OM zu verbessern, konnte diese Effekte nicht signifikant zeigen. Da es sich um ein Kombinationsprodukt aus homo- und heterofermentativen MSB handelt, dürfte die homofermentativen Stämme im Wirkungsmuster die heterofermentativen dominiert haben.

In insgesamt 4 Verdauungsversuchen wurden Anwelksilagen aus Praxissilos von diploidem und tetraploidem Deutschen Weidelgras des Erntejahres 2010 aus vier Aufwüchsen (jeweils 1. Aufwuchs sowie ein Gemisch aus 2.-4. Aufwuchs) auf ihre Verdaulichkeit geprüft. Zwischen den Ploidievarianten waren die Unterschiede im TS- und im Fasergehalt teilweise deutlich, wobei bei dem tetraploiden Deutschen Weidelgras höhere Fasergehalte und niedrigere Rohproteingehalte auftraten. Niedrigere Fasergehalte in den Silagegemischen des 2.-4. Aufwuchses deuten auf Erntetermine bei früheren Reifungsstadien im Vergleich zur Ernte des 1. Aufwuchses hin. Hinsichtlich der Aufwuchsnummer konnten bei der Ernte etwa gleiche Fasergehalte eingehalten werden. Der TS-Gehalt nahm mit der Aufwuchsnummer zu und der Proteingehalt ab.

Die im Hammelversuch ermittelte Verdaulichkeit der organischen Substanz wie fast aller einzelnen Rohnährstoffe und der Energiegehalt der Silagen aus tetraploidem Deutschen Weidelgras waren signifikant geringer als die bei dem diploiden Deutschen Weidelgras. Dieses Ergebnis war wegen der höheren Fasergehalte auch zu erwarten. Dagegen zeigt die 20 Gasbildung nach dem Hohenheimer Futterwerttest (HFT) keine und ELOS eine geringere Differenzierung zwischen den Ploidievarianten.

Beide Schätzmethoden beurteilen den Energiegehalt der Ploidievarianten allerdings in ähnlicher Weise wie der Tierversuch, aber schwächer differenziert. Im Falle der Schätzgleichung mit Gasbildung wird diese Differenzierung aber ausschließlich durch die in die Gleichung eingehenden unterschiedlichen Rohnährstoffgehalte erreicht, da die Gasbildung bei den Ploidievarianten gleich ist.

Der Energiegehalt der Silagen des ersten Aufwuchses wird durch die Schätzgleichungen insgesamt, besonders aber über die Nutzung der Gasbildung deutlich unterschätzt. Die Schätzungsergebnisse bei den Silagen des 2.-4. Aufwuchses nähern sich den Ergebnissen am Hammel besser an. Auch hier weicht die Schätzung unter Nutzung der Gasbildung deutlicher vom Hammelergebnis ab. Kritisch ist fernerhin, dass insbesondere bei der Gasbildung eine Differenzierung in der Verdaulichkeit simuliert wird, die im Tierversuch so nicht nachgewiesen wurde.

 

 


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Fütterungsversuch 1. Aufwuchs > Mehr...

 

Fütterungsversuch 2. Aufwuchs > Mehr...


 

 

Kontakt

 Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein