EIP-Projekt ,,OG Milch - Futter & Fütterung"

 

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,,OG Milch - Futter & Fütterung"

Die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) hat das Ziel, mehr Nachhaltigkeit und Effizienz in die Landwirtschaft zu bringen und einen besseren Austausch zwischen Wissenschaft  und Praxis zu fördern.

Der neue bottom-up-Ansatz der EU will mit Operationellen Gruppen (OG) frischen Wind ins landwirtschaftliche Innovationsgeschehen bringen und einen besseren Austausch zwischen Praxis und Forschung fördern.

Die ,,OG Milch - Futter & Fütterung" wird gefördert auf Initiative des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein durch den Europäischen Innovationsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Die Projektlaufzeit der ,,OG Milch" beläuft sich von November 2015 bis Oktober 2018.

 

Projektbeschreibung

,,Nachhaltige, N-effiziente Fütterung ohne Gentechnik auf Milchviehbetrieben in Schleswig-Holstein"

Immer mehr Verbraucher wünschen sich tierische Lebensmittel, die mit Futtermitteln ohne Gentechnik erzeugt worden sind. In der Milcherzeugung kommt eine große Menge an importierten Sojaextraktionsschroten zum Einsatz. Demgegenüber sind für heimischen Raps und andere heimische Eiweißträger bisher keine Sorten mit gentechnisch verändertem Saatgut in der EU zugelassen worden.

Neben dem gezielten Einsatz heimischer Eiweißfuttermittel liegt eine weitere Zielrichtung des Projektes in der optimal angepassten Nutzung von Futterzusatzstoffen (ätherische Öle, Aminosäuren, thermisch behandelte Eiweißträger). Zum einen soll dadurch trotz reduzierter Eiweißmenge die Kuh leistungsgerecht versorgt werden. Zum anderen wird durch den Einsatz thermisch behandelter Futtermittel die Proteinverwertungseffizienz der Kuh erhöht.

Das Element Stickstoff (N) spielt im Nährstoffkreislauf der Natur eine entscheidende Rolle für alle biologischen Prozesse und ist in der Pflanzenproduktion sowie Tierernährung als Protein unverzichtbar. Allerdings kann der Stickstoffanfall aus diesen Bereichen zu erheblichen Umweltbelastungen führen, vor allem zu starken Nitratbelastungen des Grundwassers. Daher ist ein nachhaltiger, effizienter Einsatz von Stickstoff in der Nutztierhaltung aus ökonomischen und ökologischen Gründen von großer Bedeutung.

Der N-Effizienz in der Milchviehfütterung ist sowohl in der Praxis als auch in der Beratung bisher wenig Beachtung geschenkt worden. Nur wenige Landwirte kennen die Menge von im Futterprotein gebundenem Stickstoff, die für die Produktion von einem Liter Milch in ihrem Betrieb benötigt wird. Damit der Verbrauch an Futterprotein (N-Menge) für die Erzeugung von einem Liter Milch transparent und erkennbar wird, soll auf ausgewählten Betrieben dieser Wert aus den täglichen Daten der Milchproduktion und den verzehrten Futtermengen berechnet werden.

Aus Praxiserhebungen ist bekannt, dass aus Gründen der Absicherung bei der Rohproteinversorgung der Bedarf meist überschritten wird. Der durchschnittliche Gehalt an Rohprotein in Rationen liegt heute auf vielen Betrieben schätzungsweise bei 16-18 %. Gemeinsames Ziel der OG Milch – Futter & Fütterung ist eine Absenkung des Rohproteingehaltes in der Gesamtration auf 15 % in der Trockenmasse. Die möglichen Einsparungen von N sind erheblich und können durch keine andere Maßnahme in ähnlicher Größenordnung erreicht werden.

Die Reduzierung des Proteingehalts wird von den Betrieben jedoch nur dann umgesetzt, wenn die Produktivität nicht beeinträchtigt wird. In der Praxis zugängliche Maßzahlen sind die ruminale N-Bilanz und der Harnstoffgehalt der Milch. Aus diesen kann abgeleitet werden, ob die Ration hinsichtlich des N-Energieverhältnisses ausgeglichen ist.

Nicht für die Milchbildung genutztes Protein führt zu steigenden N-Mengen in Kot und Harn, die als Gülle ausgebracht werden. Im Rahmen der Düngeverordnung ist hier eine Obergrenze von 170 kg N/ha einzuhalten. Die Ziele des Projektes (Verbesserte N-Verwertung und Reduzierung des Proteingehalts) führen zwangsläufig zu einem verbesserten Nährstoffmanagement auf den beteiligten Betrieben.

Ein weiteres Ziel dieses Innovationsprojektes besteht in der erstmaligen Ermittlung der Effizienz der Nutzung von Futterstickstoff auf praktischen Milchviehbetrieben. Die aufgenommenen Futtermengen sollen ermittelt und auf ihren Rohproteingehalt, die Qualität und damit den Stickstoffgehalt analysiert werden. Die täglich produzierte Menge an Milcheiweiß und damit der Stickstoff in der Milch werden den entsprechenden Werten aus der Futteraufnahme gegenübergestellt.

Die Stickstoffausnutzung auf den Leitbetrieben soll erhöht werden ohne die Leistung und die Futteraufnahme zu beeinträchtigen. Eine intensive Betreuung der Betriebe durch den Sachbearbeiter und die Nutzung moderner Rationsberechnungsprogramme soll sicherstellen, dass eine bedarfsgerechte Versorgung der Milchkuh erfolgt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Innovationsbüros EIP Agrar Schleswig-Holstein: OG Milch