FEFAC

 

FEFAC-Kongress 2010

Das KMSH hat vom 10.06. bis 11.06.2010 an dem XXV. FEFAC Kongress in Hamburg teilgenommen. FEFAC ist der europäische Verband der Mischfutterindustrie und vertritt 21 nationale Verbände in 20 EU-Ländern.

www.fefac.org/

 

Futter ist die Grundlage der Tierhaltung - das gilt für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung und die Ernährungsindustrie. Die Branche hat eine große Bedeutung auf den Agrar- und Ernährungsmärkten. Die gesamte Mischfutterindustrie in der EU beschäftigt über 110.000 Personen in mehr als 4.500 Produktionsbetrieben. Der Umsatz der europäischen Mischfutterindustrie wird für 2009 auf 40 Mrd. Euro geschätzt. Es werden in der EU ca. 150 Mio. t Futter produziert, wovon 450 Mio. t an die Nutztiere verfüttert wird. Der Anteil der inländischen Erzeugung am gesamten Futteraufkommen schwankte in den zurückliegenden Jahren zwischen 86 und 89 % in Deutschland und ist auf hohem Niveau relativ stabil. Hier ist Deutschland in der gleichen Situation wie die gesamte Europäische Union, die zwar bei Getreide Nettoexporteur, bei Eiweißfuttermitteln aber Nettoimporteur ist. Bezieht man das Futteraufkommen nicht auf die Getreideeinheiten, sondern auf verdauliches Eiweiß, so beträgt der Importanteil in Deutschland 25 %.

 

Der FEFAC- Kongress findet im dreijährigem Abstand statt. Das Motto der diesjährigen internationalen Veranstaltung lautete: „…eine Nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit für die Tierhaltung und die Futtermittelindustrie in Europa…“.

Vom 09.06. bis 11.06.2010 trafen sich Vertreter der führenden Mischfutterhersteller aus Europa, Herstellern von Einzel- und Ergänzungsfuttern, sowie Futterzusatzstoffen für die Landwirtschaft, Interessenverbände einzelner Nutztierassen, Vertreter von Wissenschaft und Forschung, Vertreter aus der Ernährungsbranche, sowie Mitglieder der EU-Kommission in Hamburg. Die Thematik der Nachhaltigkeit als auch der Wettbewerbsfähigkeit wurde mit Fachexperten in verschiedenen Themenschwerpunkten diskutiert.

 

Dr. Töpner vom BMELV betonte, dass wir akzeptieren müssen, dass die Landwirtschaft zum Klimawandel beiträgt und dass eine gute landwirtschaftliche Praxis nicht mehr ausreicht, um Fortschritte zu erreichen. Um eine nachhaltige Anpassung zu erreichen fordert Dr. Töpner eine intensive Forschung zu diesem Thema, die insbesondere die Tierzucht und das Management fördern. Darüber hinaus erläutert Töpner, dass es klimapolitisch keinen Sinn macht, wenn die Produktion in Europa reduziert wird und in anderen Ländern - möglicherweise mit erheblich höheren Emissionen - entsprechend zu nimmt. Er fordert Maßnahmen, die international abzustimmen sind.

 

Die Entwicklung einer Nachhaltigkeitszertifizierung ist eine große Herausforderung in der Zukunft, so K. Schumacher (Toepfer International). Er forderte die Wissenschaft auf, die Thematik der Definitionsfindung für öffentliche Güter und deren Bewertungsmöglichkeiten unmittelbar aufzugreifen. Er sieht die Gefahr, dass unser Wettbewerbsvorteil und unsere hohen Standards gegenüber anderen Ländern zukünftig immer mehr abnehmen werden.

 

Wout Dekker von der Firma Nutreco ist der Meinung, dass die Ernährung von Nutztieren an einem kritischen Punkt angelangt ist. Kennzeichnend dafür nennt er knappe Ressourcen, hohe Preisvolatilität, Klimawandel, staatliche Regulierungen, die auf eine sich verdoppelnde Nachfrage in den nächsten 20 Jahren treffen. Auch Herr Dekker betonte, dass das beste Mittel nachhaltig zu wirtschaften eine effiziente Tierhaltung und Nutzung ist.

Ein Problem sieht er vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung des Themas. So machte Wout Dekker deutlich was die Landwirtschaft bzgl. Effizienz in der tierischen Produktion bereits geleistet hat:

  • von 1975 – 2000 stieg die Milchleistung pro Kuh um 60%
  • die Ferkelaufzucht um 55% pro Sau
  • in der gleichen Zeit wurde P und N in der Produktion um 50% zurückgefahren.

 

„You have a great story to tell, but you are not telling it! “ (Wout Dekker, Nutreco)

 

Herr K. Kenny (Mc Donalds) berichtete über die Nachhaltigkeitsbestrebungen bei der Firma Mc Donalds. Diese Bemühungen werden dabei zu 3 E’s zusammen gefasst:

  • a) Ethical: menschliches Wohlergehen, Tiergesundheit, Geschäftsethik und Lieferantenbeziehungen;
  • b) Environmental: Klimawandel, Ressourcen, Agrar- Technologie, Schutz des Ökosystems, Abfall;
  • c) Economic: Lokales Engagement, Sicherheit für die Produzenten hinsichtlich Einkommen und Marktzugang.                                                                      

 

Darüberhinaus gründete Mc Donalds sieben sog. „Flagship Farms“, deren Ziel es ist den Dialog zum Thema Nachhaltigkeit zu fördern und zu zeigen, dass durch fortschrittliche landwirtschaftliche Konzepte, eine nachhaltige Landwirtschaft möglich ist. Die Wichtigkeit eines derartigen Projektes hat auch einen ganz handfesten wirtschaftlichen Hintergrund. So sollen die Bemühungen, die gesamte Industrie nachhaltig zu machen, dazu führen, dass sich Mc Donalds am gesamten Markt mit Rohstoffen eindecken kann und nicht nur bei einzelnen Herstellern.

 

Der Kongress war für das KMSH eine wichtige Veranstaltung. Es konnten sehr viele Kontakte und Verbindungen geknüpft und aufgebaut werden!  (RT)

 

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Photos: Jana Püttker (ISN, Damme)